Statt Aktionismus lieber den Problemen auf den Grund gehen

17.05.17

Rede zum Antrag "Verbesserung Sicherheitsgefühl Geleitsstraße / Ecke Herrnstraße" von Tobias Dondelinger

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie schonmal versucht, Bauchschmerzen mit einem Pflaster zu behandeln? Nein? Ja, ich auch nicht. Bringt nämlich nichts, außer vielleicht, dass man sieht, dass was getan wurde. Es tut mir leid, der vorliegende Antrag kommt mir ein bisschen so vor, als würde die SPD hier versuchen Bauchschmerzen mit nem Pflaster zu kurieren. Hilft zwar nix, aber jeder sieht, dass man was gemacht hat.

Das Anliegen ist dabei gut und wichtig. Wir alle wollen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt hier wohl und sicher fühlen können. Da sind wir uns ganz einig.

Allein der Weg dorthin ist umstritten. Unsere klare und feste Überzeugung ist, dass man Problemen wie dem, das es an der Ecke Herrnstraße-Geleitsstraße ohne Zweifel gibt, nicht mit Verboten beikommen kann und auch nicht mit Repressalien.

Ein Alkoholverbot bewirkt nicht automatisch, dass die Menschen verschwinden, es bewirkt bestenfalls, dass die Flaschen verschwinden. Und das Abbauen von Bänken macht den Aufenthalt zwar unangenehmer. Aber für alle Menschen, die an der betreffenden Stelle vorbeikommen. Das heißt der Platz ist für Alte, für Familien und vielleicht auch für Leute, die nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel kurz Luft schnappen wollen, kein Platz mehr, an dem sie sich wohlfühlen.

Ganz ehrlich, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPD, da muss ich sagen: Thema verfehlt. Sie wollen die Stadt lebenswerter für die Bürgerinnen und Bürger machen, indem sie ihnen die Bänke unter dem Hintern wegziehen? So läuft das nicht.

Wie gesagt: Wir sehen auch die Notwendigkeit etwas zu tun. Aber statt Aktionismus und öffentlichkeitswirksamem Aufkleben von Pflastern denken wir: Wir müssen dem Problem auf den Grund gehen. Und das Problem wird von den Menschen dort und Ihrer Situation verursacht. Also müssen wir bei diesen Menschen ansetzen und sehen, wie man ihre Situation so ändert, dass die Symptome dort nicht mehr das Zusammenleben in unserer Stadt beeinträchtigen.

Unser Änderungsantrag ist kein Pflaster, das wir schnell mal irgendwo draufbappen, damit wir was gemacht haben. Unser Antrag sucht nach der Ursache für das Unwohlsein, damit wir am Ende für alle Offenbacher eine bessere Situation und eine lebenswertere Stadt hinbekommen. Dafür bietet unser Antrag die Grundlage. Wir werden die Situation so angehen, dass Probleme nicht verlagert, sondern behoben werden.

Dankeschön!

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